28.04.2011

" Bunt, bunt, bunt ...


... sind alle meine Kleider. Bunt, bunt, bunt ist alles was ich hab... ."

Angesichts der explodierenden Natur draussen vor den Fenstern, könnte man meinen, das dies der diesjährige April-Leitsong ist. Bereits der Flieder blüht in voller Pracht. Ich bin ja immer versucht alle Dolden abzuschneiden und auf sämtliche Behältnisse innerhäusig zu verteilen. Leider hält geschnittener Flieder nicht lange, also, lass ich ihn da wo er ist, am Baum.

Bunt ist auch mein heutiger Einblick auf  Kommendes, Neues. Komplett neue Produkte brauchen ihre Entwicklungszeit bei mir - manchmal mehr, manchmal weniger. In diesem Fall  mehr. Das angestrebte Ergebnis sperrt sich etwas und entspricht bislang nicht der Grundidee, ich quäl mich damit, weil es nicht so fluppt.

Es ist  beileibe nicht so, dass mir alles ganz leicht von der Hand geht, auch wenn man hier den Eindruck gewinnen könnte. Nein, dahinter stecken oft lange Nächte, viele Versuche und auch eine Menge Zweifel, ob die Produkte auch vom Markt akzeptiert werden, sprich gekauft werden. Ja, so profan geht es bei mir zu.

Bei diesem Produkt bzw. Produkten handelt es sich um eine Kombination aus verschiedenen Komponenten, die gestalterisch noch nicht miteinander korrespondieren wollen.

Hört sich jetzt nach Gott was weiß ich für ein riesenmega Projekt an, ist es aber absolut nicht, aber, bekanntlich liegt der Teufel ja im Detail. Das Bild zeigt übrigens einen Stapel Vorfilze für besagtes Produktprojekt, die ich in den letzten Tagen gefertigt habe.

21.04.2011

Fehlkauf im Farbenrausch



Manchmal, manchmal kann ich nicht an mich halten und dann überkommt mich die Freude am Material und dessen Farbigkeit. Nach dem Rausch stellt sich dann die Ernüchterung ein - was hab ich da nur gekauft? Welche 20 Teufel haben mich denn da geritten? Geschehen bei dieser Wolle. Die Wolle ist schon älter, zum Filzen ist sie nur bedingt geeignet. Nicht wegen dem Material, sondern wegen der, ähem, charaktervollen Färbung ... geht gar nicht. Viele Versuche etwas Ansehnliches daraus zu produzieren schlugen fehl. Eigentlich ist es von der Färbung her auch eher eine Wolle zum Spinnen. Daraufhin fristete dieses 1 kg  Knäuel feinster Merino ein Schattendasein. Ungeliebt - Fehlkauf.

Ich schob es Jahr um Jahr von einer Ecke in die andere. Immer wieder kreisten die Gedanken, WAS MACH ICH DAMIT? Eins war klar, ich mußte was damit machen, denn Wolle wird, im Gegensatz zu Wein, nicht besser wenn sie lange lagert. Im Gegenteil, sie wird trocken und brüchig. Irgendwann läßt sie sich nicht mehr gut filzen.

Nun hatte ich im Laufe der Zeit vier Möglichkeiten ausbaldowert

1. Ignorieren und irgendwann mit ins Testament einfliessen lassen.
2. Schwarz färben.
3. Als Füllung für irgendetwas verwursten, da wo es keiner sieht.
4. Wegwerfen um Platz für andere Wolle zu bekommen.

Im Herbst letzten Jahres erfüllte ich mir einen langgehegten Wunsch, eine Kardiermaschine. Kardiermaschinen find ich gut. Es macht mir einfach viel Spaß verschiedene Qualitäten und Farben solange miteinander zu "verkurbeln" bis ich eine "neue" Wollqualität bekomme, außerdem kann ich schöne Mischtöne erzeugen (klar, geht auch mit Färben, aber diese Filzer-Evolutionsstufe habe ich mental noch nicht erreicht. Ich arbeite daran. Derweil bestaune ich die Ergebnisse anderer Filzerinnen immer wieder gerne). Besonders gut eignet sich für mich die Kardiermaschine um die Wolle, die ich für meine Blüten benötige, aus verschiedenen Qualitäten zusammenzumischen.






Tja und während ich also mal wieder Blütenmachwollqualität kardierte, nämlich neulich, fiel mir wieder jenes Knäuel in die Hand, auf die Füße. Da traf mich die Erkenntnis ... ICH KARDIER DIE WOLLE. Gesagt getan, ich trennte also die einzelnen Farbstränge voneinander und kardierte sie in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen mit Seide und weißer 16 mic Wolle zusammen. Heraus kam ein Korb voller wunderschöner Mischtöne, wunderbar geeignet um viele Blüten herzustellen.





Ich überlege, ob ich nicht noch so ein Knäuel kaufe :D. Das gleiche Dilemma hatte ich übrigens auch mit einer rot-pink-orange Sorte. Hatte, wohlgemerkt.

20.04.2011

Verzweifelt gesucht


Viele Augen sehen ja bekanntlich mehr als zwei Augen und ich habe bei Hilferufen im Bloggerland immer die allerbesten Erfahrungen gemacht - die Community half. Nun starte ich einen Hilferuf für eine von mir sehr geschätzte Bloggerin, vielleicht könnt ihr helfen.

Sie stellt sehr schöne Broschen her u.a. die Broschen, die ihr auf dem Foto seht. Leider kann ihr bisheriger Lieferant diese Hirsch"knopf"rosen aus Kunststoff nicht mehr liefern, hat aber irgendwie nicht die Adresse des Herstellers ???? - wäre ja nicht so schlimm, macht man eben was anderes, aber genau diese Broschen sind äußerst beliebt und werden immer wieder nachgefragt bzw. es gibt sogar regelmäßige Abnehmer.  Das heißt, sie hat Lieferverbindlichkeiten.

Vielleicht könnt ihr helfen, wer von euch weiß, wo man diese Hirschrosen aus Kunststoff kaufen kann bzw. wer kennt den Hersteller? Weiterhelfende Informationen bitte an Mona.

Ich sag jetzt schon mal vielen lieben Dank für Eure Hilfe!!!!!!!

18.04.2011

Sie filzt wieder!


Ja, endlich kann ich wieder filzen ohne am nächsten Tag flügellahm und deprimiert in der Ecke zu liegen. Ich kann sogar vorher noch vier Stunden im Garten arbeiten und anschließend vier Stunden filzen und am nächsten Tag locker weiterfilzen, alles gut - kein Problem. Hier seht Ihr den Beginn einer hoffentlich langen, ohne weitere Komplikationen, anhaltenden Filzserie. Und wieder stelle ich fest, Filzen macht mir aber sowas von Spaß!!!! Die Auflösung zum unscharfen Foto gibts die Tage.

14.04.2011

Viele Bilders


Foto © Bernd Lüdke | BL photography 


Die offiziellen Bilder von Handmade im Gepäck sind online. Zu finden auf der Website unseres unermüdlichen Haus- und Hoffotografen Bernd Lüdke. Er hat wieder einen prima Job gemacht, Vielen Dank! Auch das Foto oben ist von ihm - ich habs mir mal ausgeliehen. Zum Gucken der restlichen Fotos  hier entlang bitte!

Ehe Fragen zum Foto aufkommen, der Markt wurde NICHT von Dawanda initiiert, sondern Dawanda war Kooperationspartner. Dieses Foto dient lediglich als Beweisfoto für Dawanda, dass wir die angeforderten Merchandisartikel auch ordnungsgemäß verwendet haben. Aber es ist das einzige Foto auf dem wir drei zusammen drauf sind. Daher, wenn ihr Fragen zu Handmade im Gepäck habt oder Infos möchtet, besucht unseren Blog oder schreibt uns eine Mail designimkoffer(at)gmx.de  oder werdet Fan auf FB.

Noch mehr Fotos und Berichte von Ausstellern und Besuchern findet Ihr übrigens hier.

12.04.2011

"Kannst Dir Zeit lassen",

... waren die Worte meiner letzten Auftraggeberin, "ich hab auch lange auf mein Taufkleid gewartet". 46 Jahre um genau zu sein - äh, nicht auf den Bügel, sondern auf das Kleidchen.  Es war ein interessanter Auftrag. Inspiriert durch diese Präsentationsbügel bat mich die Kundin ihr doch einen passenden Bügel für ihr Taufkleid zu machen, dass sie zukünftig offen präsentieren wollte. Zur Orientierung schickte sie es mir.




Ich wurde ziemlich ehrfürchtig, als ich das Taufkleid in der Hand hielt. Im Paket lag noch Stoff, den ich für den Bezug verwenden sollte. Ich hatte den Bügel fertig aber ... ich mochte ihn nicht. Der Stoff ,den ich verwendet hatte, war zwar ein schöner Jaquardstoff, aber zu wuchtig für das zarte Kleidchen und die Filzrosen.  Ich entschied mich dann alles neu zu machen und verwendete einen Pünktchenstoff aus meiner "Asservarten"kammer. Ich hoffe er paßt zur Wandfarbe ;).





Gottseidank konnte ich das Kleidchen persönlich zurückgeben. Ich hatte doch ein etwas mulmiges Gefühl es der Post anzuvertrauen, auch als Einschreiben. Wenn es verschwunden wäre, wäre es wegen seines idellen Wertes nicht ersetzbar gewesen. Hm, wenn ich so recht überlege, wäre so ein Bügel doch eigentlich auch ein, zwar ungewöhnliches, aber schönes Geschenk zur Taufe.

10.04.2011

Na, wie wars

... fragte mich gestern GöGa als ich aus dem Dunkeln der herannahenden Nacht, wiederkehrend von Handmade im Gepäck, das Haus betrat. SCHÖN, war meine eher knapp gehaltene Antwort da glücklich erschöpft, mental vollgestopft mit vielen netten Menschen, realen Gesichtern hinter diversen Nicks und Avataren, sowohl von FB als auch von Blogs und Dawanda, neuen Eindrücken und überhaupt.




Ja, wie war es denn, hat es sich gelohnt?

Ehrlich? Ich hab nicht einen Cent Umsatz gemacht! :D Hat das Ganze sehr entspannt für mich gestaltet. Zugegeben, ich hatte auch nichts zu verkaufen. Ich bin mit einem zwar schön gestalteten Koffer hingefahren, hab ihn auch aufgebaut, aber ich hatte, bedingt durch meinen gesundheitlichen Blackout der letzten Monate, keine Ware zu verkaufen. Aber ich wollte die Chance mich, bzw. die.waschkueche nebst neuer Internetseite vorzustellen und  zu präsentieren nicht ungenutzt lassen. Natürlich hatte ich Arbeitsproben dabei (erbettelt von Kundinnen, Danke nochmal für die freundlichen Leihgaben) und auch eine Mappe mit Fotos einiger Arbeiten des letzten Jahres. So konnten sich interessierte Besucher ansatzweise ein Bild von meinen Arbeiten machen.

Naja und wen ich schließlich verbal an der Angel hatte, der durfte sich was anhören :). Manchmal hab ich das beängstigende Gefühl, wenn ich erstmal in Fahrt bin, könnte ich auch locker Hornhautraspel oder Rheumadecken verkaufen. =:o

Ansonsten  hab ich den Tag dazu genutzt zwar bekannte, aber nur virtuell bekannte Gesichter auch persönlich kennenzulernen. Wir hatten das Glück, dass wir die Tische der Aussteller dieses Mal etwas auseinanderziehen konnten, so das es sich nicht so ballte. Es kamen viele Besucher, aber, dass muß man einfach auch ehrlich zugeben, der Markt Anfang Dezember war m.M. nach etwas besser besucht und es wurde auch mehr gekauft - sicher lag es an dem herannahenden Weihnachtsfest. Gestern hat das Wetter uns auch schärfste Konkurrenz gemacht  - es war zu gut.  Ich schätze viele haben nachmittags die Chance genutzt den Frühling draussen zu geniessen.

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Das ewige Problem der Fehlinterpretationen im grossen WWW *seufz*. Ich möchte hier etwas geraderücken, was anscheinend missverständlich bei einigen rübergekommen ist und mir sehr auf der Seele brennt. Wir sind mit den Besucherzahlen sehr zufrieden, gerade WEIL das Wetter so gut war. Ich hatte einfach nur feststellen wollen, das im Winter noch mehr Leute da waren, aber das war auch zu einer anderen Jahreszeit mit anderen Vorzeichen.
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Trotzdem, ich habe den Tag sehr genossen - auch drinnen. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht viele von Euch wiederzusehen und neue Kontakte zu knüpfen. Fotos, ja Fotos, das Elexier jeden Blogs,  wurden gemacht von unserem sympathischen Fotograf Bernd. Im Laufe der Woche werden diese von ihm gesichtet und sobald sie freigeschaltet sind, werden wir es auf FB und auch im Blog bekanntgeben.  Ich hab keine gemacht, nur das obige Foto einen Tag vorher. Aber Fee hat welche gemacht - die sie sicherlich auch in Kürze auf ihrem Blog vorstellen wird.

Nachtrag | Mona hat ebenfalls keine Fotos gemacht, aber etwas geschrieben.

Achja, wenn Ihr euch fragt, was diese kleinen Kärtchen mit den Herzen im Koffer zu bedeuten haben, dazu die Tage mehr.

So, nun werden ich meine Glieder etwas ausschütteln, in Form eines ausgedehnten Spazierganges. Euch wünsche ich einen schönen Sonntag.

08.04.2011

Heute ist ein Tag zum Helden zeugen

... sagt man hier bei uns, wenn das Wetter so ist, wie es derzeit ist. Fantastisch eben. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel ... einfach gut. Genau der richtige Tag um an die Vollendung meines geheimnisvollen Koffers für Handmade im Gepäck zu gehen. Hier hatte ich ja bereits berichtet. Da ich ja , bedingt durch meine in den letzten Monaten sehr angespannte gesundheit- liche Situation, nichts filzen konnte habe ich einen fast leeren Koffer. Nur fast, denn Tomte Gustaf sucht eine neue Glückswichtelwirkungsstätte. Im Rückblick auf die letzten Monate seiner Anwesenheit bei uns, kann ich ihm nur das allerbeste Zeugnis als Glückswichtel ausstellen. Zu unserer vollsten Zufriedenheit.  ;)




Aber man soll ja aus der Not bekanntlich eine Tugend machen, warum also nicht den Tag nutzen um ganz einfach für die.waschkueche generell zu werben? Gesagt getan. 16 Jahre Marketing bahnten sich ungestüm ihren Weg  und ich lief zu Hochtouren auf. Wie will ich mich präsentieren, womit kann ich mich identifizieren, was wirkt nicht so leblos und zu hochprofessionell? Was erstaunt und was erregt Aufmerksamkeit, so das man mit den Besuchern ins Gespräch kommt und ich den leeren Koffer erklären kann?





Es gibt viele Wege nach Rom. Ein wenig habe ich es auf  den Tomte abgestimmt, auf den Frühling und auf die Region in der ich lebe, mit ihren typischen Buchenwäldern - damit kann ich mich am besten identifizieren. Ursprünglich wollte ich ein Stück Waldboden mitnehmen, so wie er hier ganz typisch um diese Jahreszeit ist, mit Buschwindröschen und Bärlauch ... aber als ich im Wald war, da sah das alles so schön aus, das wollte ich nicht zerstören. Da hab ich den Waldboden da gelasssen wo er hingehört, im Wald. Ich hab nur ein paar Fotos auf die Schnelle gemacht um die Stimmung dieses Heldentages auch für Euch einzufangen.





Daraufhin bin ich kurzerhand in die ortsansässige Gärtnerei und habe Material für einen simulierten Waldboden eingekauft. Ja und wie sieht der Koffer jetzt aus? Oben seht ihr einen klitzekleinen Ausschnitt. Den Rest gibts morgen bei Handmade im Gepäck , ab 11.00 Uhr im Apex, Burgstr. 46 in Göttingen. Dort könnt Ihr dann meinen zwar vollen, aber dennoch ziemlich leeren Koffer begutachten. Ich freu mich auf Euch!

06.04.2011

Träume werden wahr,

man muß nur fest genug dran glauben. Die waschkueche bekommt eine eigene Werkstatt! Filzen auf 90 x 60 cm, links vom Herd und rechts vom Kühlschrank, zwischen Nudeln und Reis und immer Gefahr laufend statt  zur Olivenseife versehentlich zur Butter zu greifen,  gehören bald der Vergangenheit an.




Es brauchte einige Anläufe bis sich mein Traum von einer eigenen Werkstatt, Anfang des Jahres, erfüllte. Aber das Warten hat sich gelohnt und der Wunsch nach mehr Platz wurde um einige Quadratmeter übertroffen. Die Werkstatt liegt nur zwei Häuser weiter. Von meinem Zimmer kann ich sogar auf den Giebel des Hauses schauen. Das Haus ist ein alter Fachwerk-Bauernkotten von 1794 und hat den entsprechenden Charme - sprich, wir müssen noch ordentlich Hand anlegen. Ich mag Häuser mit Geschichte (davon hat es reichlich), schiefen Wänden und niedrigen Decken - brauche ich wenigstens keine Leiter beim Renovieren. Zwei Jahre stand es leer und wartete auf neue Besitzer ... manchmal liegt das Gute so nah, dass man es vor lauter Nähe nicht sieht.




Wir suchten ja schon lange nach einem Zuhause für unser Brot- und Butterunternehmen . Nah sollte es sein, am Besten im Ort. Platz mußte es haben für Lager, Werkstatt und Büro. Wir hatten verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Eine davon hatte ich hier vor knapp zwei Jahren kurz angesprochen. Aber die Raumsituation war vom Zustand und dem immensen Aufwand, den man sowohl finanziell als auch zeittechnisch hätte betreiben müssen um die Immobilie wieder instandzusetzen einfach  indiskutabel.






Mitte Dezember stolperte ich morgens im Dunkeln, während des Brötchenholens über die Lösung in Form eines Schildes "Zu verkaufen". Na klar das ist es! Wir haben nicht lange überlegt.

Wir haben bereits mit den Renovierungsarbeiten begonnen, wobei Brot und Butter vorgeht und die.waschkueche erst später im Jahr nachzieht. Es ist schwer sich in Geduld zu üben, wenn man täglich drauf schaut und weiß: Bald hab ich Platz, bald kann ich mich ausbreiten. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.


Bald enststehen hinter den vier Fenstern der oberen Etage viele schöne Filzsachen, ich hibbel hier schon die ganze Zeit vor mich hin und bin gedanklich am Planen. Innenansichten folgen später.

05.04.2011

Ich packe ...



... meinen Koffer für Samstag bei Handmade im Gepäck, wenn ich ihn dann endlich gefunden habe. Wenn der Koffer fertig gestylt ist, werde ich vermutlich den auffälligsten aber ineffizientesten Koffer auf dem ganzen Markt haben. Mancher wird sich vermutlich fragen, was ich eigentlich zu verkaufen habe!? Mehr wird nicht verraten, nur soviel, manchmal muß man aus der Not einfach eine Tugend machen ;).

Tomte Gustaf, der mir zur Seite stehen wird, und ich freuen uns auf Euch am 09.04.2011 im Apex in Göttingen bei "Handmade im Gepäck".

01.04.2011

Ungläubig

... es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht erklären, man kann sie nur annehmen. Ich bin in manchen Dingen ein ungläubiger Thomas. So auch bei meinem Tennisellenbogen. Eine ellenlange Geschichte die sich im akuten Stadium, von heute zurückgerechnet ca. 16 Monate hinzog. Es gab Auf und Abs - wobei eher Abs das Bild prägten. Es gab Frust, es gab Schmerzen, es gab Tränen, es gab Hoffnungslosigkeit, Wut und Enttäuschung. Das volle emotionale Programm. 16 Monate Dauerschmerz. Mal mehr, mal weniger stark, manchmal auch schmerzfrei - leider nur von kurzer Dauer.

Der letzte Griff in die schulmedizinische Trickkiste, bevor eine OP auf den Plan gerufen worden wäre, war die 4-wöchige Stillegung mittels einer Gipsschiene, Anfang des Jahres. Eigentlich wollte ich nicht, ich hab mich breitkloppen lassen. Zwangsoptimismus war die Parole. Nach Abnahme der Schiene war der Katzenjammer gross, Schmerzen wie in der schlimmsten Phase. Der Arzt meinte, dass es normal sei. Schlimmere Schmerzen als vor der Stillegung? Normal, 4 Wochen später? Ich fühlte mich im falschen Film. Der letzte Gang wäre die OP gewesen. 50 zu 50 Heilchancen. Fast wie Lotto.

Es gab da jemand, der mir die Ostheopathie empfahl. "Versuch es". Es kostet Geld, Geld, dass die Krankenkasse nicht zahlt - meine jedenfalls nicht. Aber letztendlich, was sind die "paar" Euros gegen 16 Monate Schmerzen und nur bedingte Aussicht auf Schmerzfreiheit? Was solls, ein Versuch war es wert. Der rettende Strohhalm?

Es gab ein Vorbereitungsgespräch. Schon während des Gespräches wurde das bestätigt, was ich schon länger vermutete hatte, ich war muskulär völlig entgleist, bereits vor Jahren, durch einen schweren Unfall. Der Ellenbogen war ein Symptom für eine körpliche Schieflage, die u.a. durch den Unfall entstanden war. Dysbalance ist das Zauberwort. Es wurden drei Therapieeinheiten abgesprochen und danach würde sich zeigen, ob noch mehr folgen müssen. Man versprach mir baldige Schmerzfreiheit.

Man hat mir viel versprochen. Man hat es gehalten. Bereits nach zwei Therapien zu je 1 Stunde, im Abstand von 10 Tagen, bin ich so gut wie schmerzfrei und es wird von Tag zu Tag deutlich besser. Ich hab es nicht geglaubt. Manchmal gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht erklären. Man kann sich einfach nur freuen.

Ich sitze hier und hätte ich keine Ohren, würde ich vor Freude im Kreis grinsen. Es wird noch eine 3. Stunde folgen. Ob sie noch notwendig ist, hatte der Therapeut bezweifelt. Ich möchte es aber. Nicht unbedingt für den Körper, sondern für den Kopf, der nicht so schnell mitkommt, noch im Dauerschmerzmodus arbeitet und irgendwie völlig irritiert ist, wie der Rest des Menschen ;). Der Arm wird immer meine Achillesferse bleiben, das ist mir klar, aber ich kenne jetzt den Weg und fühle mich nicht mehr so hilflos.

Ich geh jetzt Schmerzfreiheit geniessen - meine Güte ist das schön!

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende.