Mich verschlug es viele Jahre in den Konsumgüterbereich. Dort entwarf ich
Glasprodukte sowohl für den nationalen, als auch internationalen Markt.
Aber auf Dauer immer nur Glas war mir zu langweilig, also wechselte ich
ins Interiordesign und verdingte mir dort mein Geld mit dem Entwurf von
sehr gehobenen Einrichtungen, sowohl im privaten als auch im
gewerblichen Bereich, weltweit.
Ich brauchte nach 10 Jahren Dauerkreativeinsatz nach Maßgaben der Märkte
unbedingt eine Verschnaufpause, die Kreativseele mal ordentlich baumeln
lassen ... - es mußte etwas anderes her. Marketing lief mir über den
Weg. Schwerpunkt Kommunikation. Eine schöne Mischung für meine
angestrengte Gestalterseele, von Kreativität und Umsetzung von mir
entwickelter Marketingstrategien.
1998 entdeckte ich das Filzen. Ich kam dazu wie die
Jungfrau zum Kinde. Eher rudimentär und als Hobby ausgeführt, begleitete
es mich bis 2004. Ab da nahm das Schicksal seinen Lauf und das Filzen
bekam professionelle, gewerbliche Züge. Gemeinsam mit meiner Freundin
machten wir die Kunsthandwerkermärkte der näheren und weiteren Umgebung
unsicher - Filz boomte. Leider gab meine Freundin kurze Zeit später das
Filzen aus beruflichen und privaten Gründen auf. Ich ging fortan meinen
Filzweg alleine.
Das Karussell des Lebens drehte sich weiter, viel zu schnell
für meinen Geschmack. Nach einer rasanten Lebensachterbahnfahrt, die
wenig Zeit und Muße fürs Filzen ließ, sind mein Mann und ich seit 2007
gemeinsam selbstständig. In einem Betriebsfeld, das eher weniger mit
Gestalten zu tun hat. Dort kann ich zwar meine jahrelang gesammelten
Marketingerfahrungen einbringen, der Designer in mir ist jedoch
weniger gefragt.Designer wird man nicht, oder besser
gesagt Gestalter ist man. Von Kindesbeinen an. Man muß gestalten, man
will gestalten - täglich, das ist fast zwanghaft. Die Ideen schwirren
nicht durch den Kopf, sondern stürmen. Ständig, immer, andauernd.
Aus dem Wunsch heraus dem Ideensturm endlich wieder stürmen
zu lassen, allerdings unabhängig von Marktanforderungen, Zielgruppen,
Trends und Mode, sondern einfach nur um das zu gestalten was ich schön
finde, erlaubte ich mir 2008, nach dem das Leben wieder in geordneteren,
ruhigeren Bahnen verlief, den Luxus mein Filzlabel die.waschkueche zu
gründen - here I am!
Warum ausgerechnet Filz? Filz ist für mich das Chamäleon unter den
Materialien. Extremst vielseitig und unkompliziert - man benötigt kein
aufwendiges Equipment für die Herstellung der tollsten Sachen. Wasser
und Seife genügen und es entstehen Produkte fein und luftig oder fest
und stabil. Alles ist möglich, es gibt fast keine gestalterischen
Grenzen. Darum Filz!
Und jetzt habe ich wieder mehr geschrieben, als ich wollte ;).