Ein Mindestmaß an Höflichkeit

Donnerstag, 26. Februar 2015

... im Internet ist nicht jedermanns Sache wie ich als Onlinehändler immer wieder bedauernd feststellen darf. Leider erreichen mich immer wieder Mails mit Anfragen zu meinen Produkten denen jegliche Grundlagen der höflichen zwischenmenschlichen Konversation fehlen. Keine Anrede, noch nicht mal eine neutrale Begrüßung, ohne Unterschrift. Oft verbunden mit glyphischen Anfragen, mit denen ich bei einem Rätselwettbewerb für Ägyptologen sicherlich mit Abstand den ersten Platz belegen würde.

Sicherheitsgründe - Datenschutz

Ich kann es nachvollziehen, wenn man nicht sofort seinen Namen nennen möchte, weiß man ja nicht wie der Gegenüber tickt ... andersrum ist es aber auch so. Das Gesetz verdonnert uns Onlinehändler zum Datenstriptease  ... ich blähe gezwungenermaßen einen Teil meine persönlichen Daten in die weite Welt und weiß nicht bei wem sie überall landen.

Ich erwarte nicht von Interessierten, dass sie mir bei Kontaktaufnahme ihre Lebensgeschichte, garniert mit höchstpersönlichen, intimen Eckdaten mitteilen, ne meine Lebensgeschichte reicht mir völlig. Es ist o.k. - wenn man schon nicht meinen Namen schreiben kann oder will - zu schreiben "Hallo" oder "Guten Tag". Es reicht zur Verabschiedung zu schreiben "Viele Grüsse" und eventuell ein Kürzel, Nick oder nur Vorname setzt. Alles schon dagewesen und ich habe dann sofort begriffen das jemand einfach vorsichtig ist und es respektiert.

Kostbare Lebenszeit

Mal davon ab überwiegen die netten und höflichen Anfragen. Teilweise mit recht witzigen Anreden, sicher- lich oft in Ermanglung meines Namens, über die ich schmunzeln muß. Wie z.B. Schultütenqueen, Wollbän- digerin oder gar Frau Waschkueche. Macht alles nichts, aber ich werde wenigstens angesprochen.

Will sagen, ich bin nicht völlig spaßbefreit und zum Lachen bleib ich auch im Großen und Ganzen über der Erde. Bei mir hört jedoch mittlerweile der Spaß auf, wenn man es noch nicht mal schafft ein klitzekleines Maß an Respekt gegenüber seinen Mitmenschen aufzubringen, egal ob virtuell oder analog. Brauche ich nicht. Daher werde ich zukünftig, aus Rücksichtnahme gegenüber den Interessierten die eine Anrede schaffen solche Anfragen nicht mehr beantworten. Mir ist meine Lebenszeit zu kostbar um diese mit Mails zu verplempern, deren Urheber sich noch nicht mal zu einem "Hallo" durchringen können.

Auch Smartphones verfügen über alle Buchstaben des ABC

Bitte verschont mich mit: „Ist eben so. Manche lernen es nie, So ist das Internet. Tippen über Smartphone ist schwierig, ältere Menschen kennen sich mit Kontaktformularen nicht aus und sind  unsicher.“ .... - alles schon gehört als Argument. Für mich gibt  es aber keine trifftigen Argumente dagegen. Denn, wer es schafft sein Anliegen zu formulieren, der dürfte es auch schaffen folgende fünf Buchstaben zu schreiben
"H A L L O" und unter die Anfrage vielleicht noch "Viele Grüsse" oder noch kürzer "DANKE".

Von mir erwartet der Kunde, zurecht übrigens, dass ich ihn respektvoll und höflich behandel! Das ist für mich selbstverständlich. Darf ich dann nicht im Gegenzug ebenso ein Mindestmaß an Wertschätzung erwarten? Bin ich als Onlinehändler ein Mensch 2. Klasse, der es nicht wert ist an ihn ein "Hallo" zu verschwenden????

Fundamente des Zusammenlebens

Nennt mich unverbesserlich-naiv, gerne, aber ich beharre auch weiterhin auf ein Mindestmaß an Höflichkeit zwischen den Menschen egal wo, aus welchem Grund und warum auch immer!

Höflichkeit und Respekt sind meiner Ansicht nach fundamentale Elemente damit die menschliche Gesell- schaft ansatzweise funktioniert und das nicht nur in der analogen Welt. Wer jetzt denkt:„ Meine Güte, die soll sich nicht so anstellen oder es dann eben mit dem Onlineverkauf lassen.“ Den bitte ich darüber nachdenken was er da grad gedacht hat  ... . ;)

EDIT
Die Kürzel VG, LG, BG gelten natürlich auch. Sie sind typisch für die kurze Kommunikation im Internet. ;)

Schreibzeit #2 - Wie bekommt man mehr Leser?

Sonntag, 22. Februar 2015

Ich hatte es mir vorgenommen ... hatte ich, noch ist der Monat nicht zu Ende, daher habe ich eine gute Chance zum Februarthema der  #SCHREIBZEIT bei was eigenes "Netzwerken oder wie bekommt man mehr Leser?" etwas Sinnvolles (?) beizutragen.

Der Leser das unbekannte Wesen 

Zugegeben, ich bin lange um das Thema herumgeschlichen. Denn, obwohl ich schon seit 2007 blogge (erst seit 2008 offiziell mit diesem Blog) habe ich niemals die Leserfrequenz bekommen und ich schätze, ich werde sie nicht bekommen, die mich in die Lage versetzten würde eloquent über das "How to get more readers" zu parlieren. Und nun? Für mich stellt sich allerdings nicht vorrangig die Frage wie ich mehr Leser bekomme, sondern wie halte ich meine Leser dauerhaft? Interessierte kommen immer wieder auf meinen Blog. Weil ich regelmäßig in anderen Blogs kommentiere, über die Google-Bildersuche, Suchwörter,  persönliche Gespräche, Kunden, Zufälle etc. pp.. das ist gar kein solches Hexenwerk. Die Kunst besteht darin den Leser zu halten. 

Nachdem ich vor geraumer Zeit mal wieder in einem grossen Lifestyle-Blog parkte und mich erneut von den vielen Kommentaren - das schon seit Jahren, parallel dazu das gleiche Aufkommen Begeisterter auf FB, Instagram und Pinterest - beeindrucken ließ, fragte ich mich, worin der Unterschied zwischen einem hochfrequentierten Lifestyleblog und meinem kleinen Filzblog liegt?

Es liegt an den Zutaten und der abschließenden Präsentation. 



Blog-Käsekuchencontest

Um es zu verdeutlichen was ich meine, rufe ich hier zu einem imaginären Käsekuchenwettbewerb auf. Zehn Menschen erhalten das Rezept für Tante Klärchen's Käsekuchen, inklusive der Zutaten. Alle haben die gleiche  Ausgangssituation. Einziger Unterschied, die abschließende Dekoration und Präsentation ist jedem freigestellt.

Ich behaupte, der am professionellsten und aufwendigsten präsentierte Käsekuchen wird die meisten Abnehmer haben und natürlich wird er auch "am besten schmecken" - das Auge ißt bekannterweise gerne mit. Das spricht sich unter den Käsekuchenbegeisterten herum. Sie kommen von nah und fern um auch so ein Stück zu kosten und sind völlig angetan von der wunderschönen Dekoration. Fast alle wollen nur DIESES besondere Rezept von DIESEM Bäcker. Auch wenn nebenan die gleiche Zutaten nach demselben Rezept jedoch weniger lifestylig (ob gewollt oder nicht gewollt) präsentiert werden. Nämlich, statt Mittelpunkt eines traumhaften Themen-Sweetables mit angesagten Geschirr, auf einer klassischen Kuchenplatte mit Blumenstrauss ... - das Prinzip Käsekuchen/Blog ist klar, oder?

Trotzdem lecker

Nun, ich bin der Käsekuchenbäcker der ganz bewußt keinen angesagten Themen-Sweettable aufbaut. Ich möchte die Käsekuchenfreunde ansprechen die auch mal gerne abseits des ganz grossen Kuchenbuffets ihren Krümelpfad suchen. Die sich auch mal auf den Käsekuchen einlassen, der eben nicht ganz so perfekt aussieht, dennoch gut schmeckt, nur eben etwas anders zubereitet ist. Zugegeben, manchmal lass ich den Blog-Kuchen auch zu lang im Ofen, dann ist die Decke nicht mehr sooo verlockend goldgelb, sondern eher knusprig-knackig-bräunlich ... etwas schwerer verdaulich. Wahre Käsekuchennerds kann das nicht schrecken ;).

Seit ich nicht mehr ständig nach der Kuchenauslage meiner Blogmitbewerber schiele, wie sie ihre Kuchenstücke arrangieren, sondern meine Bäckerei so führe wie ich es mir vorstelle und meinen Käsekuchen so backe wie Tante Klärchen es nie getan hätte, seitdem  klappts auch besser mit den Kunden"strömen". Ich bin mir bewußt, dass ich NIE die Mengen an Leser für meinen Blog begeistern werde wie die Blogs, die die Dauerbrennerthemen (Fashion, Beauty, Travel, Food, Family und DIY) dem Zeitgeist entsprechend in Szene zu setzen wissen,  dazu ist mein vorherrschendes Grundthema, dass Filzen, einfach zu speziell.

Käsekuchenfilialen - Social Network

Natürlich möchte ich noch mehr Menschen ansprechen und für das Filzen bzw. für meinen Käsekuchen begeistern. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, Käsekuchenfilialen z.B. bei Facebook zu eröffnen ist eine recht einfache Sache, jedoch diese regelmäßig zu öffnen und mit entsprechender Ware zu bestücken damit Kunden kommen und aus Laufkundschaft Käsekuchenstammkunden werden, eine andere. Filialkunden müssen übrigens nicht zwingend auch Stammsitzkunden sein. Dabei kann es sich um eine ganz andere Klientel handeln. Die nämlich, welche am liebsten einen Käsekuchen "To Go"  auf die Faust mitnimmt. Entsprechend anders muß der Käsekuchen verpackt sein, damit er im Gehen gegessen werden kann ohne auf der Straße zu landen.

Ich habe letztes Jahr  meine Filiale bei Facebook geschlossen um mich wieder aufs Wesentliche, dem Blog,  zu konzentrieren. Die Auszeit war so erkenntnisreich für mich, dass ich mittlerweile nicht mehr ausschließe, erneut Filialen zu eröffnen.

Innungstagungen "Käsekuchen come together" - Bloggertreffen

Ja und dann gibts noch die Käsekuchenbäckerinnungstagungen (Bloggertreffen). Mangels Zeit kann ich an diesen bedauerlicherweise nicht mehr teilnehmen. Ich halte sie für sehr inspirierende und impulsgebende Kommunikationsplattformen. Daher empfehle ich sie jedem Käsekuchenbäckerblogger der neue Kundschaft für sein Geschäft begeistern möchte und gerne mit Gleichgesinnten Käsekuchenrezepte austauscht. ;)

Ich hoffe, ich hab Euch jetzt nicht zu sehr mit quarkigen Backwerk vollgestopft und Euch ist schlecht .... :D.

Wer jetzt Appetit auf Käsekuchen hat, hier ein Rezept für AMERICAN CHEESECAKE . Während Ihr auf die Fertigstellung des Käsekuchens wartet, empfehle ich Euch  bei BLOGGER ABC vorbeizuschauen. Dort gibt es viele Tipps und Tricks zum besseren Bloggen und gewinnen von neuen Lesern.

Übrigens: AUSNAHMEN BESTÄTIGEN DIE REGEL! ;) Es gibt nämlich ganz viele Blogs die völlig anders aufgebaut sind ohne Schnickschnack auskommen, aber Mengen von Lesern haben. Oft liegt es daran, dass sie auf EINEN Themenkreis spezialisiert sind oder einfach eine verdammt gut unterhaltende "Schreibe" haben.

Dennoch, jeder sollte sein Ding machen, so wie er es für richtig hält, dann bekommt er auch die Leser die er sich wünscht ... und nicht immer bedeutet Quantität auch Qualität und viele Wege führen nach Rom. 

Männerkompatibler Amaretto-Nusskuchen

Sonntag, 1. Februar 2015

Immer auf der Jagd nach leckeren und schnellen Rezepten bin ich bei "was eigenes" letzte Woche fündig geworden. Der KUCHEN lachte mich so sehr an, den mußte ich ausprobieren. Das Rezept ist genau richtig für mich, es besteht nur aus ein paar Zutaten und männerkompatibel ist der fertige Kuchen auch.




So eine Ahnung

Ich ahnte ja schon, dass dieser Kuchen dem "Herrn des Hauses"  schmecken könnte, aber das er so gut ankommt .... ich habe es jedenfalls nicht mehr geschafft nach dem Abkühlen noch Puderzucker draufzustreuen. Als ich das Sieb gezückt und die Puderzuckerverpackung geöffnet hatte, unter die schützende Abdeckung schaute, war bereits die Hälfte weg.

Kaffee ade

Mit dem nachmittäglichen Sonntagskaffee wird es heute wohl nichts, denn bis dahin ist noch lang hin und von dem Kuchen, wohlgemerkt Freitagabends um 21.00 Uhr gebacken, ist nur noch das Wenige da. Übrigens, ich habe davon bislang KEIN Stück gegessen ... *schnelleinssicherngeht*. Der Amaretto-Nusskuchen findet hiermit Eingang in die heilige Rezeptsammlung als hubbytested and approved. Danke fürs Teilen, BINE.

Schreibzeit # 1 Planlos ins neue Jahr

Sonntag, 25. Januar 2015

Ich wollte immer schon an einer Blogparade teilnehmen. Das sind diese Post, wo ein Thema vorgegeben wird und viele beteiligen sich Wie z.B. 12 von 12. Den meisten meiner Leser - sofern Bloggerin - bekannt, oder? Ich habe es nie, nie, nie geschafft, 12  Bilder am 12. jeden Monats zu fotografieren, am selben Tag zu sichten,zu bearbeiten,zusammenzustellen, zu  kommentieren, hochzuladen und zu verlinken. Nein, habsch nich.

Tägliche Mühsal

Meine Tage sind relativ gleichverlaufend. Stark geprägt durch unsere Pferde und unsere Firma. Also, entweder hätte ich Pferdehintern in der aufgehenden Sonne, Pferdehintern in der untergehenden Sonne, Pferdehintern im Regen, Schnee, Hagel und Sonnenschein fotografieren können oder Stapel von Bürokram, welcher sich nur in seiner physischen Höhe jeden Monat marginal unterscheidet. Gut, zwischendurch wären dann noch extraordinäre Highlights wie der wöchentliche Einkauf bei Regen, Schnee, Sonne, Sturm etc. pp. hinzugekommen. Je nach Datum wechselnd mit Hausputz und/oder Gartenarbeit - abhängig von Wetterlage und Tagesform.
Mal ehrlich, wenn interessiert denn mein, nett ausgedrückt, langweiliger Tagesablauf 12 x im Jahr, dokumentiert auf jeweils 12 Bildern? Ganz ehrlich, ich glaube auf  Dauer keine Sau.




Verdachtsmoment

Kürzlich keimte, bei Betrachtung wieder einiger 12 von 12s, in mir der Verdacht, dass deutsche Bloggerinnen irre viel Zeit und im Gegensatz zu mir, wahnsinnig spannende Tagesabläufe haben. Oder, was auch ein anzunehmende Variante sein könnte (man beachte bitte das Konjunktiv!!!), die 12 von 12 auch schon mal am 10. oder 9. oder am 25. passieren lassen. Um dann daraus ein Melange an 12 von 12 zu dengeln. Könnte - wohlgemerkt - könnte.

Eigentlich ist es ja egal, es gilt, meines Erachtens nach, der olympische Gedanke "Dabei sein ist alles" und mir als Betrachter mit latent voyeuristischer Neigung für ander Leuts Tagesabläufe ist es wurscht, ob alles an einem Tag passierte oder an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen oder so. Hauptsache jibbet wat zu kuckn.
"Ha", so dachte ich, "das also ist des Pudels Kern, mach ich jetzt auch so." Ja, ich habs geschafft an einem Tag letztes Jahr .... ein Bild ... danach folgten ... nichts mehr. Das war also meine Blogparadenteilnahme bei 12 von 12, EIN mickriges Bild. Hiermit verneige ich mich respektvoll vor allen 12 von 12ern, die das schon seit Jahren durchhalten und mir die Chance geben, neugierig die Nase am Bildschirm wegen ihrer Einblicke ins Privatleben plattquetschen zu dürfen.

Planbare Planlosigkeit

Was hat das jetzt mit Schreibzeit#1 "Planlos ins neue Jahr zu tun"? Soviel,als das ich zumindest für dieses Jahr einen Plan habe, ich möchte regelmäßig an einer Blogparade teilnehmen, wenn ich schon keine 12 Fotos schaffe, so wenigstens jeden Monat ein paar lockere Zeilen zu einem vorgegebenen Thema - gerne auch mit mit einem mickrigen Foto, das schaff ich ja grad noch.
Die Aktion ist übrigens von "was eigenes" ins Leben gerufen worden und gefiel mir auf Anhieb, weil nichts streng vorgegeben ist und kein rasender Aufwand in Form von Basteln, Nähen, Fotografieren o.ä. betrieben werden muß. Einfach hinsetzen und die Worte fließen lassen. Fällt mir ja net ganz soooo schwer.

Was meine anderen Pläne betrifft ... pppchhh ... ich hatte gar keine für das neue Jahr. Für mich ist es einfach nur ein Datumswechsel vom 31. auf den 1. . Theoretisch müßte ich demnach  jeden Monat neue Pläne machen, weil ja eigentlich, so gesehen, jeder Monat einmal Silvester und einmal Neujahr hat. Bedeutet demzufolge hat jeder Moment seinen Anfang und sein Ende und in der Mitte gibts Platz für Pläne. Genau das mache ich, ich plane die goldene Mitte. ;)

17 Jahr, schwarzes Haar

Sop und was nehm ich jetzt für ein Foto, muß ja was zum Gucken geben und was mit dem Post zu tun haben, näch? Eins von einem Pudel, von wegen des Kernes??? Ha, ich hab sogar welche. Das war so gar NICHT geplant, also planlos, eher zufällig. Tiere gehn ja immer ...

Der Pudel meiner Eltern, stolze 17 Jahre alt. Wackelt, seinem biblischen Alter entsprechend, tapfer durch die Weltgeschichte - wenn er mal nicht schläft. Manchmal fällt er allerdings um, wenn er zu schnell wackelt und statt einer Treppenstufe zwei erwischt, weil er sie nicht mehr sieht.

So und nun widme ich mich wieder einer Sache die ich schon lange plane. Bei der Durchführung aber sehr planlos bin und das bereits seit letztem Jahr um diese Zeit. Mehr wenn ich die Pläne komplett in die Tat umgesetzt habe. Nein, ich spreche nicht von der Werkstatt.

 Mehr Schreibzeiten #1 Planlos ins neue Jahr findet Ihr auf  WAS EIGENES

Baustelle // Teil 6 - Rettungslos hinterher

Sonntag, 18. Januar 2015

Lange nichts mehr vom Fortschritt der Werkstatt gezeigt. Die letzten Bilder sind jetzt knapp vier Wochen her. Seitdem hat sich Einiges getan. Zum Beispiel wurden die wurmzerfressenen Teile des Fachwerks ausgetauscht. Decken und Wände des zukünftigen Filzraumes, des Flures und des Office bekamen eine Gipskartonverkleidung. 



Unausweichlich

Apropos Verkleidung, die EICHENHOLZVERKLEIDUNG aus den 30ern, unter dem Fenster im zukünftigen Filzraum, mußte leider weichen. Nachdem ich die Tapeten dort entfernt hatte, wollte ich eigentlich die Holzverkleidung aufarbeiten. Dabei stellten wir  entsetzt fest, dass ein Teil des Mauerwerks mangels vernünftiger Belüftung ziemlich feucht geworden war, gottseidank nicht schimmelig.  Also mußte die aufgequollene Verkleidung entfernt werden, da war nichts mehr zu retten und aufzuarbeiten.Vorne Hui hinten Pfui triffts am besten.  Schade, denn ich fand, dass sie dem Raum einen besonderen Charme gab. Zwei Wochen konnte die Mauer nun abtrocknen. Wir entschieden uns aus mehreren Gründen dafür, wieder eine Verkleidung - diesmal mit Abstand und entsprechender Belüftung - anzubringen. Das war aber nur eines von vielen Ach-Du-Schreck-Erlebnissen, die wir in den letzten Wochen erleben durften.



Jetzt aber richtig

Die Bilder zeigen den Flur. Kurz vor Weihnachten wurde die neue Tür montiert, meine Freude war riesengross.  Seitdem wirds auch endlich warm in der Werkstatt, mal abgesehen von mehr Licht und einem grösseren Raumgefühl. Es wurde noch Strom verlegt und und und ... es war und ist viel zu tun. Wie ich bereits mehrfach bemerkte, eigentlich sollten nur ein paar Tapeten ab, so planten wir im September letzen Jahres (!), als wir anfingen. Jetzt hinken wir dem Zeitplan ziemlich hinterher. Die Renovierung hat eine Eigendynamik entwickelt  mit der niemand von uns gerechnet hatte. Irgendwann merkten wir nämlich, dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als den Pfusch vieler Jahre bis auf den Grund zu entfernen, damit die Werkstatt für mich dauerhaft und mit Freude nutzbar ist.



Wunsch und Wirklichkeit

Ursprünglich wollte ich Anfang Januar die Werkstatt eröffnen, aber wie Ihr selber seht, wird es noch etwas dauern. Vermutlich bekomme ich zu meinem Geburtstag, Anfang April, die Werkstattschlüssel von meinem Mann überreicht. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude .... ;).




Die Bilder sind nicht beliebig aneinandergereiht, sondern zeigen den Vorher-Nachher Zustand des jeweiligen Raumabschnittes.




die.waschkueche bekommt eine Werkstatt - Was bislang geschah
Die Baustelle Teil 5 // Elektrisiert
 Die Baustelle Teil 4 // Weißte Bescheid
Die Baustelle Teil 3 // Wie weit biste?
Die Baustelle Teil 2 //  Jetzt gehts zur Sache
Die Baustelle Teil 1 // Es renoviert - Surprise

Der glückliche Wind

Mittwoch, 14. Januar 2015

Vor einer Woche habe ich meine Reisetasche gepackt und bin an die Küste gefahren. Im Gepäck nicht nur mein Häkelzeugs sondern auch Wind. Viel Wind. In Orkanböen 170 Stundenkilometer hatte ich als Gastgeschenk für die Nordseeküste mitgebracht. Während die Medien Sturmwarnungen herausbrachten und sich die Kameraleute diverser Sender um jede Welle mit etwas Gischt drängelten, freuten sich die Wilhelmshavener über das etwas extremere Wetter. 
Schwäne


Am SÜDSTRAND war die Hölle los! Es wurde fotografiert, Hunde an der Leine in den Wind gehängt, Kinder flatterten an der Hand ihrer Eltern landeinwärts ... - fast, man konnte sich schon ordentlich in den Wind legen. Parkplätze waren ab 15.00 Uhr keine mehr zu bekommen. Als die Flut um 15.03 Uhr ihren Höchststand hatte, schob sich neben diversen Orkanböen auch noch eine Blechlawine an der unteren Uferpromenade entlang, parallel dazu an der Wasserkante arges Menschengedränge. Im Hochsommer bei allerfeinstem Badewetter ist es dort nicht so voll!


Helgolandkai überflutet


Ich hatte zwar mein Häkelzeugs eingepackt, welches ich übrigens nicht anrührte, aber meine Kamera vergessen, so mußte ich mit einer geliehenen, minifuzzigkleinen Pocket fotografieren - so was von ungewohnt. Bis ich endlich den Fokus gefunden hatte, waren meine Hände fast steif gefroren und ich konnte ihn kaum noch bedienen, weil minifuzzigklein.


Südstrandpromenade in Wilhelmshaven


Leider tat der stürmische Wind, Felix sein Name, nicht so recht das was von ihm erwartet wurde, nämlich u.a. ordentliche Wellen produzieren und damit verbundenen Nervenkitzel hervorrufen. Lags am Namen? Felix bedeutet frei interpretiert "Der Glückliche".

Ich war jedenfalls auch glücklich, als ich meine Hände innerhäusig, vor Wind und Regen geschützt , wierder auftauen konnte. Was nicht zwingend bedeutet, dass ich jetzt Felix heiße ... 

Vertrauen

Montag, 12. Januar 2015

Zugegeben, ich habe seit dem 1. Januar fast täglich angefangen einen Post zu schreiben ... den fand ich dann doof und die, die folgten auch und dann überannten mich die Ereignisse in Paris. Dann war ich unschlüssig, ob ich einfach so im neuen Jahr mit etwas ganz Unverfänglichen anfange oder ob ich auch meine Meinung öffentlich zu "Ich bin Charlie" kundtun sollte, in Form einer kurzen Weisheit - von wegen der political correctness als weltoffener, meinungsfreiheitsliebender und liberaler Blogger. Verkniff es mir aber, weil viel schlauere Leute schon alles dazugeschrieben haben, was es dazu zu schreiben gab.

Ich hatte bis dato keine Lust auf den bereits rasant fahrenden Charlie Hebdo-Internetzug aufzuspringen, weil alle Trittbretter bereits besetzt waren. Also habe ich nur hinterhergeschaut als der virale Socialnetworktrain an mir virtuell vorbeidonnerte, teilweise mit arg viel Schall und Rauch. 

Bis heute, bis ich DIESES BILD entdeckte.

Bei der Betrachtung denke ich an die Menschen, die weltweit, fernab der Öffentlichkeitsbahnschienen gleiches erleiden müssen, für viel, viel weniger und sie sind nur eine kleine Zeile im täglichen Nachrichtenkarussell wert - wenn überhaupt.  

Ja, an die denke ich und frage mich still, was wohl passieren würde, wenn, ja wenn wir, nebst Politiker,  für deren Recht auf Meinungsfreiheit ebenfalls in dieser massiven Form auf die Strasse gehen würden, so wie es derzeit allerorts geschieht. Ich habe mir heute vorgestellt, wie sich diese Riege der politischen Machtelite im edlen Zwirn wohl auf dem Maidan gemacht hätte oder im Sudan, in Syrien, Algerien, Tunesien, Libyen, Mali, Nigeria, Ägypten, Jemen, Israel, Türkei, Afghanistan, Pakistan, Myanmar, Philippinien, Russland, .... - dem Terror der Unterdrückung mutig die Stirn bietend, Dank vieler Leibwächter HIER. Selbstredend uneingeschüchtert mittendrin ...

Ach, die Liste ist so lang, wo die Meinungsfreiheit wirklich brutalst unterdrückt wird, Menschen leiden, Angst um ihr Leben haben und für noch viel weniger sterben als für satirische Karikaturen. Leider stehen dort meistens keine Kameras oder nur kurzfristig ... oder die Länder sind irgendwie wirtschaftlich uninteressant ... für die eigene politischen Machterhaltung nicht nutzbringend ... oder schlimmer noch, sie sind mit uns "befreundet" oder doch nutzbringend.

Ich verurteile den Terroranschlag auf  die Redaktion der Satirezeitschrift uneingeschränkt. Allerdings stimme ich nicht in den Chor ein, der aus Charlie Hebdo einen Märtyrer für die Demokratie und deren Meinungsfreiheit macht. Reicht tatsächlich eine Handvoll verblendeter Menschen aus um nationenübergreifend Millionen auf die Strasse zu treiben, weil sie Angst um ihre Meinungsfreiheit haben und sich nicht einschüchtern lassen wollen? In einem Staatenverbund dessen Grundwerte Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte sind? Das macht mir Angst. Da frage ich mich ernsthaft wie viel Vertrauen haben wir eigentlich in uns selbst und wieviel Zivilcourage hat jeder Einzelne, nicht mit tausenden von Gleichgesinnten im Rücken, im Ernstfall tatsächlich?

EDIT // Ich habe die Kommentarfunktion bewußt ausgestellt (nicht weil ich Angst vor anderen Meinungen habe )  - wer mit mir in den persönlichen Dialog treten möchte, kann dies über Kontakt tun. ;)