... war nicht grad erst April?

Sonntag, 23. November 2014

Gestern ruhte die Arbeit an der Baustelle, daher gibts nichts Neues und immer nur Bauschutt zeigen wird langweilig. Ich erhole mich grad von einer wirklich garstigen Erkältung, die mich in der vergangenen Woche mal kurzerhand von den Füßen wischte und ging heute nach Monaten gemeinsam mit meinem Mann spazieren. Schön wars und es wird Winter. 




... man was ist das Jahr schnell vergangen. Eben noch wurde alle guten Vorsätze für dieses Jahr über Bord geworfen, der Kampf um Stroh und Silage tobte, ebenso wie die Einhaltung der Schultütenabgabetermine. Die ersten Schwalben wurden mit Begeisterung begrüßt, wie vorher die ersten Schneeglöckchen und Winterlinge. Die Kohle im Grill ist grad erst erloschen, der letzte Grillduft hängt noch in der Luft. Der Garten erholt sich von einer nie dagewesenen Invasion an Nacktschnecken und Wühlmäusen und ich mich von der Plackerei dieser Herr zu werden - ich  habe knapp verloren, wurde 50 und weiß jetzt wie sich Tinnitus kombiniert mit Zahnschmerzen anfühlt. Mein Traum von der eigenen Werkstatt wird endlich wahr und ich plane, plane,  plane ... 

Ich hab mich grad dran gewöhnt "2014" fehlerfrei zu schreiben und muß mich in 5 Wochen bereits wieder umgewöhnen ... - das geht mir jetzt aber alles ein bißchen zu schnell ... 

... eins, zwei, drei im Sauseschritt eilt die Zeit - wir eilen mit.  (Wilhelm Busch 1832-1908)

Teil 4 // Weißte Bescheid

Dienstag, 18. November 2014

Beim letzten Bericht von der Baustelle (alle bisherigen Berichte zum Nachlesen weiter unten) , sah es ja ganz manierlich aus. Es sah so aus, als würde es bald nach was aussehen ... hm, ja ... ABER nicht, wenn zwei Handwerker (wohlgemerkt keine DIY-Handwerker, sondern sonne mit Ausbildung) und ein Designer (ebenfalls kein DIY, sondern sonner mit Ausbildung) auf die grandiose Idee kommen, dass die erwärmte Luft des neuen Ofens besser zwischen den Räumen zirkulieren kann und diese schneller heizt, wenn man eine Wand neu einzieht, zwei andere dafür platt macht, respektive die Fachung entfernt und nur das Ständerwerk stehen läßt und eine neue Aussentür einbaut.




Wenn dann NOCH ein weiterer ausgebildeter Handwerker dazu kommt, in diesem Fall ein Tischler und bemerkt, dass es teurer ist die alte Holzdecke zu streichen als runterzureissen und stattdessen Gipskartonplatten zu montieren, dann weiß der Designer welche Stunde seiner "neuen" Werkstatt geschlagen hat ... Wände weg, Decke weg, Tür weg ... und das ratzfatz ... .

Achja und den häßlichen, unfachmännisch gegossenen und ziemlich versifften, nicht mehr zu reinigenden Granulat-Fußboden haben wir dann kurzerhand auch noch entfernt. Surprise, surprise! Im Flur kam daraufhin ein wunderschöner Terrazzoboden mit Intarsien zum Vorschein ... zu bewundern, wenn man den Bauschutt wegräumt.




Nur zur Erinnerung, der Plan war vor 5 Wochen, bißchen Tapete ab, Bauernblind an die Wand und ab dafür. Nichts ist beständiger als die Veränderung und ideenreiche Handwerker mit Hang zum Durchbrechen. Ich hoffe, das sind dann jetzt die letzten Abrißarbeiten und die drei Herren haben sich ausgiebigst ausgetobt ... vielleicht erkennt Ihr ja wieder was welche Wand ist und wie sie ursprünglich aussah.

Klar, dass ich wohl in der nächsten Zeit nicht mehr filzen werde. ;) 




die.waschkueche bekommt eine Werkstatt - Was bislang geschah
Renovieren Teil 3 - Wie weit biste?
Renovieren Teil 2 -  Jetzt gehts zur Sache
Renovieren Teil 1 - Es renoviert - Surprise

Vielen, lieben Dank

Sonntag, 16. November 2014


für Eure Kommentare auf meinen letzten Post und auch für die persönlichen Mails die mich dazu erreichten. Teilweise sogar mit Fotos - was für ein Vertrauensbeweis! 
Natürlich hört sich der Post erst einmal sehr dramatisch an und natürlich bezieht man ihn einzig auf mich, weil keiner weiß was wirklich los ist. Daher mal kurz zur Erklärung.

Wir gehen seit 4 Jahren mit der Demenz meiner Schwiegermutter (Witwe seit 2009) um. Wir, dass sind zwei Söhne, zwei Töchter und eine Schwiegertochter (ich) die sich um die Mutter kümmern. Das klappt, nach einigen Anlaufschwierigkeiten, mittlerweile sehr gut. Kommunikation ist das Zauberwort und geteiltes Leid ist halbes Leid. Ein Problem auf viele Schultern geladen löst sich plötzlich fast in Nichts auf. Bei "uns" ist mittlerweile alles im grünen Bereich. 

Aus Respekt vor meiner Schwiegermutter möchte ich aber hier nicht weiter auf ihren Krankheitsverlauf eingehen, ihr ist die Demenz nämlich ziemlich peinlich und letztendlich geht das in der Tiefe auch nur sie und ihre Angehörigen etwas an.

Ich habe den Post geschrieben, weil ich festgestellt habe, dass Demenz gesellschaftlich tatsächlich fast totgeschwiegen wird. Keiner mag so wirklich drüber reden, keiner bekennt sich wirklich dazu. Außer es ist offensichtlich. Dann bekennt sich nicht der Erkrankte dazu, sondern die Angehörigen und dies oftmals fast entschuldigend. Der Erkrankte, wenn es offensichtlich ist, kann sich nicht mehr bekennen, er weiß es nicht mehr das er krank ist.  Ich habe auch gemerkt, dass man Demenz als Angehöriger  "lernen" muß. Das ist anfangs nicht wirklich einfach.

Die Zeit in der die Demenz beginnt, bis zu dem Punkt wo sie unleugbar geworden und damit richtig begreifbar ist, ist nach meinem persönlichem Empfinden der schwierigste Weg und stellte für mich eine ziemliche Herausforderung dar.  Demenz verändert einen Menschen nachhaltig. Die Pflege und Betreuung eines dementkranken Menschen kann man nicht alleine schultern. Man braucht Hilfe. 

Der größte Fehler der bei Demenz gemacht wird ist, die Krankheit anfangs zu leugnen, weil sie einem peinlich ist - meine Schwiegermutter stellt da keine Ausnahme dar. Aber genau in der ersten Phase sollte man möglichst offen mit seiner Krankheit umgehen, weil man dann noch fast alles im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte regeln kann. Das wird oftmals nicht gemacht ... und plötzlich ist es zu spät und andere entscheiden. 

Es ging mir darum zu sagen, Demenz ist nicht peinlich, es kann jeden erwischen und es ist weder für den Erkrankten noch für die Angehörigen ein genußvoller Spaziergang zurück ins Kindsein. Wir, die Familie, erleben es jedenfalls nicht so. Ab einem bestimmten Alter sollte man daher daran denken, dass man alt wird, krank und pflegebedürftig werden könnte und womöglich nicht mehr entscheidungsfähig ist. Andere dann entscheiden, womöglich nicht im eigenen Sinne. Es ist so wichtig sich rechtzeitig zu informieren!

Ein Tabu - Das fehlende Gedächtnis

Freitag, 14. November 2014

 ... Demenz ist die Hölle für die Betroffenen und die Angehörigen. Es ist ein langer, qualvoller Abschied. Für einen gesunden Menschen ist es kaum vorstellbar und selten nachzuvollziehen was da passiert.

Oft hat man das Gefühl, dass es nur noch die körperliche Hülle ist, die man sieht, zu der man Worte spricht. Worte, die innerhalb einer Nanosekunde wieder vergessen werden. Mit dem Geist stirbt die Persönlichkeit eines Menschen.

Jeder hat Angst davor, jeden kann es "erwischen". Das Leben geht wie es will und nicht wie wir es gerne hätten. Auf diesem Weg fliessen viele Tränen, es gibt viel Streit, Unverständnis auf beiden Seiten wird erlebt, Vorwürfe ... es belastet hochgradig, beide Seiten. 

Man sollte im Leben nichts auf "später" verschieben. Manchmal gibt es das Später einfach nicht mehr.

Demenz ist in unserer lifestylig, hochidealisierten Schönwelt ein fast totgeschwiegenes Thema. Keiner spricht gerne drüber ( ja doch, man macht dumme Witze drüber wenn man keine Ahnung hat. Auch ich hab früher Witze drüber gemacht, mittlerweile verkneif ich es mir, es ist nicht zum Lachen). Keiner mag es im Familienkreis haben oder selber bekommen. Viele verschließen die Augen, wollen es nicht sehen, stecken den Kopf in den Sand - besser wirds davon nicht.

Nur wenn man offen darüber spricht, so früh wie möglich damit auseinandersetzt, es annimmt, findet man gute Lösungen für alle Betroffenen. Dann kann auch der Erkrankte im "Noch-Vollbesitz" seiner geistigen Kräfte über seinen weiteren Weg mit der Krankheit entscheiden, bevor er langsam "geht" und zu keiner wirklich Entscheidung mehr fähig ist.