Schreibzeit # 1 Planlos ins neue Jahr

Sonntag, 25. Januar 2015

Ich wollte immer schon an einer Blogparade teilnehmen. Das sind diese Post, wo ein Thema vorgegeben wird und viele beteiligen sich Wie z.B. 12 von 12. Den meisten meiner Leser - sofern Bloggerin - bekannt, oder? Ich habe es nie, nie, nie geschafft, 12  Bilder am 12. jeden Monats zu fotografieren, am selben Tag zu sichten,bearbeiten,zusammenstellen, kommentieren, hochladen und verlinken. Nein, habsch nich.

Tägliche Mühsal

Meine Tage sind relativ gleichverlaufend. Stark geprägt durch unsere Pferde und unsere Firma. Also, entweder hätte ich Pferdehintern in der aufgehenden Sonne, Pferdehintern in der untergehenden Sonne, Pferdehintern im Regen, Schnee, Hagel und Sonnenschein fotografieren können oder Stapel von Bürokram, welcher sich nur in seiner physischen Höhe jeden Monat marginal unterscheidet. Gut, zwischendurch wären dann noch extraordinäre Highlights wie der wöchentliche Einkauf bei Regen, Schnee, Sonne, Sturm etc. pp. hinzugekommen. Je nach Datum wechselnd mit Hausputz und/oder Gartenarbeit - abhängig von Wetterlage und Tagesform.
Mal ehrlich, wenn interessiert denn mein, nett ausgedrückt, langweiliger Tagesablauf 12 x im Jahr, dokumentiert auf jeweils 12 Bildern? Ganz ehrlich, ich glaube auf  Dauer keine Sau.




Verdachtsmoment

Kürzlich keimte, bei Betrachtung wieder einiger 12 von 12s in mir der Verdacht, dass deutsche Bloggerinnen irre viel Zeit und im Gegensatz zu mir, wahnsinnig spannende Tagesabläufe haben. Oder, was auch ein anzunehmende Variante sein könnte (man beachte bitte das Konjunktiv!!!) die 12 von 12 auch schon mal am 10. oder 9. oder am 25. passieren lassen. Um dann daraus ein Melange an 12 von 12 zu dengeln. Könnte -wohlgemerkt- könnte.

Eigentlich ist es ja egal, es gilt, meines Erachtens nach, der olympische Gedanke "Dabei sein ist alles" und mir als Betrachter mit latent voyeuristischer Neigung für ander Leuts Tagesabläufe ist es wurscht, ob alles an einem Tag passierte oder an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen oder so. Hauptsache jibbet wat zu kuckn.
"Ha", so dachte ich, "das also ist des Pudels Kern, mach ich jetzt auch so." Ja, ich habs geschafft an einem Tag letztes Jahr .... ein Bild ... danach folgten ... nichts mehr. Das war also meine Blogparadenteilnahme bei 12 von 12, EIN mickriges Bild. Hiermit verneige ich mich respektvoll vor allen 12 von 12ern, die das schon seit Jahren durchhalten und mir die Chance geben, neugierig die Nase am Bildschirm wegen ihrer Einblicke ins Privatleben plattquetschen zu dürfen.

Planbare Planlosigkeit

Was hat das jetzt mit Schreibzeit#1 "Planlos ins neue Jahr zu tun"? Soviel,als das ich zumindest für dieses Jahr einen Plan habe, ich möchte regelmäßig an einer Blogparade teilnehmen, wenn ich schon keine 12 Fotos schaffe, so wenigstens jeden Monat ein paar lockere Zeilen zu einem vorgegebenen Thema - gerne auch mit mit einem mickrigen Foto, das schaff ich ja grad noch.
Die Aktion ist übrigens von "was eigenes" ins Leben gerufen worden und gefiel mir auf Anhieb, weil nichts streng vorgegeben ist und kein rasender Aufwand in Form von Basteln, Nähen, Fotografieren o.ä. betrieben werden muß. Einfach hinsetzen und die Worte fließen lassen. Fällt mir ja net ganz soooo schwer.

Was meine anderen Pläne betrifft ... pppchhh ... ich hatte gar keine für das neue Jahr. Für mich ist es einfach nur ein Datumswechsel vom 31. auf den 1. . Theoretisch müßte ich demnach  jeden Monat neue Pläne machen, weil ja eigentlich, so gesehen, jeder Monat einmal Silvester und einmal Neujahr hat. Bedeutet demzufolge hat jeder Moment seinen Anfang und sein Ende und in der Mitte gibts Platz für Pläne. Genau das mache ich, ich plane die goldene Mitte. ;)

17 Jahr, schwarzes Haar

Sop und was nehm ich jetzt für ein Foto, muß ja was zum Gucken geben und was mit dem Post zu tun haben, näch? Eins von einem Pudel, von wegen des Kernes??? Ha, ich hab sogar welche. Das war so gar NICHT geplant, also planlos, eher zufällig. Tiere gehn ja immer ...

Der Pudel meiner Eltern, stolze 17 Jahre alt. Wackelt, seinem biblischen Alter entsprechend, tapfer durch die Weltgeschichte - wenn er mal nicht schläft. Manchmal fällt er allerdings um, wenn er zu schnell wackelt und statt einer Treppenstufe zwei erwischt, weil er sie nicht mehr sieht.

So und nun widme ich mich wieder einer Sache die ich schon lange plane. Bei der Durchführung aber sehr planlos bin und das bereits seit letztem Jahr um diese Zeit. Mehr wenn ich die Pläne komplett in die Tat umgesetzt habe. Nein, ich spreche nicht von der Werkstatt.

 Mehr Schreibzeiten #1 Planlos ins neue Jahr findet Ihr auf  WAS EIGENES

Baustelle // Teil 6 - Rettungslos hinterher

Sonntag, 18. Januar 2015

Lange nichts mehr vom Fortschritt der Werkstatt gezeigt. Die letzten Bilder sind jetzt knapp vier Wochen her. Seitdem hat sich Einiges getan. Zum Beispiel wurden die wurmzerfressenen Teile des Fachwerks ausgetauscht. Decken und Wände des zukünftigen Filzraumes, des Flures und des Office bekamen eine Gipskartonverkleidung. 



Unausweichlich

Apropos Verkleidung, die EICHENHOLZVERKLEIDUNG aus den 30ern, unter dem Fenster im zukünftigen Filzraum, mußte leider weichen. Nachdem ich die Tapeten dort entfernt hatte, wollte ich eigentlich die Holzverkleidung aufarbeiten. Dabei stellten wir  entsetzt fest, dass ein Teil des Mauerwerks mangels vernünftiger Belüftung ziemlich feucht geworden war, gottseidank nicht schimmelig.  Also mußte die aufgequollene Verkleidung entfernt werden, da war nichts mehr zu retten und aufzuarbeiten.Vorne Hui hinten Pfui triffts am besten.  Schade, denn ich fand, dass sie dem Raum einen besonderen Charme gab. Zwei Wochen konnte die Mauer nun abtrocknen. Wir entschieden uns aus mehreren Gründen dafür, wieder eine Verkleidung - diesmal mit Abstand und entsprechender Belüftung - anzubringen. Das war aber nur eines von vielen Ach-Du-Schreck-Erlebnissen, die wir in den letzten Wochen erleben durften.



Jetzt aber richtig

Die Bilder zeigen den Flur. Kurz vor Weihnachten wurde die neue Tür montiert, meine Freude war riesengross.  Seitdem wirds auch endlich warm in der Werkstatt, mal abgesehen von mehr Licht und einem grösseren Raumgefühl. Es wurde noch Strom verlegt und und und ... es war und ist viel zu tun. Wie ich bereits mehrfach bemerkte, eigentlich sollten nur ein paar Tapeten ab, so planten wir im September letzen Jahres (!), als wir anfingen. Jetzt hinken wir dem Zeitplan ziemlich hinterher. Die Renovierung hat eine Eigendynamik entwickelt  mit der niemand von uns gerechnet hatte. Irgendwann merkten wir nämlich, dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als den Pfusch vieler Jahre bis auf den Grund zu entfernen, damit die Werkstatt für mich dauerhaft und mit Freude nutzbar ist.



Wunsch und Wirklichkeit

Ursprünglich wollte ich Anfang Januar die Werkstatt eröffnen, aber wie Ihr selber seht, wird es noch etwas dauern. Vermutlich bekomme ich zu meinem Geburtstag, Anfang April, die Werkstattschlüssel von meinem Mann überreicht. Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude .... ;).




Die Bilder sind nicht beliebig aneinandergereiht, sondern zeigen den Vorher-Nachher Zustand des jeweiligen Raumabschnittes.




die.waschkueche bekommt eine Werkstatt - Was bislang geschah
Die Baustelle Teil 5 // Elektrisiert
 Die Baustelle Teil 4 // Weißte Bescheid
Die Baustelle Teil 3 // Wie weit biste?
Die Baustelle Teil 2 //  Jetzt gehts zur Sache
Die Baustelle Teil 1 // Es renoviert - Surprise

Der glückliche Wind

Mittwoch, 14. Januar 2015

Vor einer Woche habe ich meine Reisetasche gepackt und bin an die Küste gefahren. Im Gepäck nicht nur mein Häkelzeugs sondern auch Wind. Viel Wind. In Orkanböen 170 Stundenkilometer hatte ich als Gastgeschenk für die Nordseeküste mitgebracht. Während die Medien Sturmwarnungen herausbrachten und sich die Kameraleute diverser Sender um jede Welle mit etwas Gischt drängelten, freuten sich die Wilhelmshavener über das etwas extremere Wetter. 
Schwäne


Am SÜDSTRAND war die Hölle los! Es wurde fotografiert, Hunde an der Leine in den Wind gehängt, Kinder flatterten an der Hand ihrer Eltern landeinwärts ... - fast, man konnte sich schon ordentlich in den Wind legen. Parkplätze waren ab 15.00 Uhr keine mehr zu bekommen. Als die Flut um 15.03 Uhr ihren Höchststand hatte, schob sich neben diversen Orkanböen auch noch eine Blechlawine an der unteren Uferpromenade entlang, parallel dazu an der Wasserkante arges Menschengedränge. Im Hochsommer bei allerfeinstem Badewetter ist es dort nicht so voll!


Helgolandkai überflutet


Ich hatte zwar mein Häkelzeugs eingepackt, welches ich übrigens nicht anrührte, aber meine Kamera vergessen, so mußte ich mit einer geliehenen, minifuzzigkleinen Pocket fotografieren - so was von ungewohnt. Bis ich endlich den Fokus gefunden hatte, waren meine Hände fast steif gefroren und ich konnte ihn kaum noch bedienen, weil minifuzzigklein.


Südstrandpromenade in Wilhelmshaven


Leider tat der stürmische Wind, Felix sein Name, nicht so recht das was von ihm erwartet wurde, nämlich u.a. ordentliche Wellen produzieren und damit verbundenen Nervenkitzel hervorrufen. Lags am Namen? Felix bedeutet frei interpretiert "Der Glückliche".

Ich war jedenfalls auch glücklich, als ich meine Hände innerhäusig, vor Wind und Regen geschützt , wierder auftauen konnte. Was nicht zwingend bedeutet, dass ich jetzt Felix heiße ... 

Vertrauen

Montag, 12. Januar 2015

Zugegeben, ich habe seit dem 1. Januar fast täglich angefangen einen Post zu schreiben ... den fand ich dann doof und die, die folgten auch und dann überannten mich die Ereignisse in Paris. Dann war ich unschlüssig, ob ich einfach so im neuen Jahr mit etwas ganz Unverfänglichen anfange oder ob ich auch meine Meinung öffentlich zu "Ich bin Charlie" kundtun sollte, in Form einer kurzen Weisheit - von wegen der political correctness als weltoffener, meinungsfreiheitsliebender und liberaler Blogger. Verkniff es mir aber, weil viel schlauere Leute schon alles dazugeschrieben haben, was es dazu zu schreiben gab.

Ich hatte bis dato keine Lust auf den bereits rasant fahrenden Charlie Hebdo-Internetzug aufzuspringen, weil alle Trittbretter bereits besetzt waren. Also habe ich nur hinterhergeschaut als der virale Socialnetworktrain an mir virtuell vorbeidonnerte, teilweise mit arg viel Schall und Rauch. 

Bis heute, bis ich DIESES BILD entdeckte.

Bei der Betrachtung denke ich an die Menschen, die weltweit, fernab der Öffentlichkeitsbahnschienen gleiches erleiden müssen, für viel, viel weniger und sie sind nur eine kleine Zeile im täglichen Nachrichtenkarussell wert - wenn überhaupt.  

Ja, an die denke ich und frage mich still, was wohl passieren würde, wenn, ja wenn wir, nebst Politiker,  für deren Recht auf Meinungsfreiheit ebenfalls in dieser massiven Form auf die Strasse gehen würden, so wie es derzeit allerorts geschieht. Ich habe mir heute vorgestellt, wie sich diese Riege der politischen Machtelite im edlen Zwirn wohl auf dem Maidan gemacht hätte oder im Sudan, in Syrien, Algerien, Tunesien, Libyen, Mali, Nigeria, Ägypten, Jemen, Israel, Türkei, Afghanistan, Pakistan, Myanmar, Philippinien, Russland, .... - dem Terror der Unterdrückung mutig die Stirn bietend, Dank vieler Leibwächter HIER. Selbstredend uneingeschüchtert mittendrin ...

Ach, die Liste ist so lang, wo die Meinungsfreiheit wirklich brutalst unterdrückt wird, Menschen leiden, Angst um ihr Leben haben und für noch viel weniger sterben als für satirische Karikaturen. Leider stehen dort meistens keine Kameras oder nur kurzfristig ... oder die Länder sind irgendwie wirtschaftlich uninteressant ... für die eigene politischen Machterhaltung nicht nutzbringend ... oder schlimmer noch, sie sind mit uns "befreundet" oder doch nutzbringend.

Ich verurteile den Terroranschlag auf  die Redaktion der Satirezeitschrift uneingeschränkt. Allerdings stimme ich nicht in den Chor ein, der aus Charlie Hebdo einen Märtyrer für die Demokratie und deren Meinungsfreiheit macht. Reicht tatsächlich eine Handvoll verblendeter Menschen aus um nationenübergreifend Millionen auf die Strasse zu treiben, weil sie Angst um ihre Meinungsfreiheit haben und sich nicht einschüchtern lassen wollen? In einem Staatenverbund dessen Grundwerte Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte sind? Das macht mir Angst. Da frage ich mich ernsthaft wie viel Vertrauen haben wir eigentlich in uns selbst und wieviel Zivilcourage hat jeder Einzelne, nicht mit tausenden von Gleichgesinnten im Rücken, im Ernstfall tatsächlich?

EDIT // Ich habe die Kommentarfunktion bewußt ausgestellt (nicht weil ich Angst vor anderen Meinungen habe )  - wer mit mir in den persönlichen Dialog treten möchte, kann dies über Kontakt tun. ;)

Kurz und knackig

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Ich machs kurz weil die meisten von Euch vermutlich im Weihnachtsstress sind.

Vielen Dank für Euer Interesse, Eure Besuche, und Eure Kommentare in diesem Jahr. Ich freue mich darauf, Euch nächstes Jahr wieder in der waschkueche begrüssen zu dürfen und wünsche Euch und Euren Lieben entspannte Tage.

Für dieses Jahr verabschiede ich mich mit den Neujahrsgrüssen von Wilhelm Busch bei Euch ... wir lesen uns ;). 


Neujahrsgrüsse

Persönliches // Geschenkt

Freitag, 19. Dezember 2014

Derzeit ist ja Hochzeit für Geschenke - klar, Weihnachten steht vor der Tür. Allerdings nicht vor unserer, denn wir (GöGa und meinereiner) feiern kein Weihnachten. Weihnachten hat für uns keine besondere Bedeutung ... mehr. Das hat sich im Laufe unseres Zusammenlebens und des Älterwerdens so ergeben. Warum es so ist, keine Ahnung, ist eben so. Daher gibts auch keine Geschenke und auch keinen Stress um das ewige "Was schenke ich bloß". Was nicht bedeutet, dass ich nicht gerne beschenkt werde oder selber nicht gerne schenke. Weit gefehlt, aber es muß ja nicht zwingend zu Weihnachten sein.


Bockmühle und Handwebstuhl im Freilichtmuseum Detmold


Von Nußschokolade und Blümchenblechdosen

Ich habe dieses Jahr zu meinem Geburtstag ein Geschenk bekommen, das eher  unspektakulär in Form einer ausgedruckten Anmeldung für einen Webkurs daher kam. Verstaut in einer Blümchenblechdose angefüllt mit Nußschokolade. Die Nußschokolade war zuerst weg, den Kurs besuchte ich im Oktober, die Dose gibt es noch. Ich möchte hier weder über die Schokolade und ihren Verbleib parlieren -den kann sich jeder denken- noch darüber, was ich zukünftig mit der Blümchenblechdose zu tun gedenke. Ich möchte Euch vom Webkurs erzählen und davon, dass meine Schwägerin immer so geniale Geschenkideen hat.

1...2...3 

Dieses Jahr schoss sie bei mir mit einem Gutschein für einen Webkurs im FREILICHTMUSEUM DETMOLD den Vogel ab. 1. Wollte ich gerne mal wieder abseits von Filzpfaden wandeln und andere textilhandwerkliche Luft schnuppern 2. Bin ich für mein Leben gerne im Freilichtmuseum Detmold und  3. Gerne mit ihr unterwegs. Im Oktober hatte sie für uns zwei Plätze in einem Workshop fürs Weben gebucht. Neugierig machten wir uns an einem herrlichen sonnigen Samstagmorgen auf den Weg ins Paderborner Dorf des Museums, vorbei an Bockmühle, Vogelscheuche und Geflügelschau. 

Gemachtes Nest

Im Obergeschoss des Lauschhauses empfing uns die Webmeisterin Roswitha Neumann mit  bereits von ihr eingerichteten Handwebstühle. Wir brauchten uns nur noch die passende Garne für den Schuß auszusuchen und konnten uns gleich ans Werk machen einen Schal in Leinwandbindung herzustellen. Es ist erstaunlich wie vielfältig die eigentlich recht einfache Leinwandbindung ist in dem man Farbe, Fadenstärke und Fadendichte variiert.


Haus Lausche im Paderborner Dorf und handgewebter Schal im Freilichtmuseum Detmold


Empfehlenswert 

Zwei Tage haben wir völlig angefixt vor den Webrahmen gesessen, gequasselt, gealbert, Fehler gewebt, geflucht und einiges an Torte gegessen. Herausgekommen sind letztendlich, fürs erste Mal erstaunlich ansehnliche Schals. Also, sollte ich mal nicht mehr filzen wollen oder können, könnte ich mich fürs Weben begeistern. 

Das komplette Kursprogramm 2015 des Freilichtmuseums ist leider noch nicht veröffentlicht. Ich bin gespannt. Vielleicht trifft man sich ja nächstes Jahr beim Weidekorbflechten in Detmolder Freilichtmuseum oder beim Färben mit Rüben oder beim Mähen mit der Sense, wer weiß .... - auf jeden Fall war es ein sehr schönes Geschenk das ich gerne weiterempfehle - meinetwegen auch zu Weihnachten ;). Eigentlich ist ein Besuch im Freilichtmuseum Detmold immer lohnenswert.

Schultüten 2014 // Endgültiger Jahresabschluß

Freitag, 12. Dezember 2014

Allmählich komme ich gestalterisch-gedanklich zur Ruhe, bezogen aufs Filzen. Ruhe insofern, als das mein Kopf sich jetzt von Schultüten leert. Ich hatte sozusagen eine Schultüte vor dem Kopf und konnte nur noch Gestaltung in Kegelform denken. Andere Ideen passten einfach nicht mehr zwischen Schultüten und Gehirnwindungen. 

Pause

Als die letzte Schultüte in diesem Jahr - noch eine echte gestalterische Herausforderung - die Küche Werkstatt verließ mochte ich nicht mehr filzen. Erschreckend ... ich habe noch die vorbestellten Adventskränze fertig gemacht und dann in einem letzten Aufbegehren die Shop-Schotten geschlossen. Ende im Gelände. Seit zwei Wochen ist nun endgültig offizielle Filzpause  und ich finde langsam die Muße das fast vergangene Jahr zu sortieren und aufzuräumen. Darunter fällt auch das Aufräumen der PC-Festplatte. Was fällt mir dabei auf die Füße? Schultüten! Schultüten, die ich noch nicht gezeigt habe. 

Im Allgemeinen zeige ich hier nur die grossen Sonderanfertigungen, die Unikate. Varianten, und Neuinterpretationen vorhandener Tüten werden mangels Zeit nicht von mir veröffentlicht. Eigentlich ist es nicht minder interessant wie ich die Wünsche der Kunden auf Basis vorhandener Tüten anpasse. Folgend eine kleine Auswahl von diesem Jahr.

Ein Entwurf - zwei Varianten

Die Schlangentüte kennen die meisten von Euch. Dies war der ursprüngliche Entwurf, der vom Kunden abgenickt wurde. Irgendwann kam eine Mail mit der Bitte, die Manschette statt Schwarz Grün zu machen. Der Kunde befürchtete, dass die Tüte zu schwarzlastig wird. Entsprechend habe ich die ehemals schwarz-beige-braune Farbgestaltung auf Urwaldgrün umgeswitcht. Zwischenzeitlich hatte sich ein weiterer Blogbesucher in den Entwurf verliebt und wünschte sich für die Tochter (!) auch eine Schlangentüte, aber farblich ganz genauso wie im Ursprungsentwurf angelegt.  Das kam dabei raus. Erstaunlich nicht wahr, wie unterschiedlich ein Entwurf ausfallen kann?



Gefilzte Schultüte mit Schlange


Neuinterpretation

Die zweite Schultüte ist eine Interpretation. Eigentlich bereitet es mir gestalterisches Bauchweh wenn ein Kunde mich bittet das Dessin eines bereits ausgesuchten Schulranzes 1:1 auf eine Schultüte umzusetzen. Im Allgemeinen lehne ich derartige Anfragen ab. In diesem Fall habe ich eine Ausnahme gemacht,  da es eine Kombination meines Fliegenpilzes (Ihr seht auf dem Bild meine zwei Varianten und die interpretierte) mit Gestaltungselementen des Ranzens sein sollte. Mich hat die Umsetzung gereizt, weil ich  die Ranzengestaltung irgendwie ganz "wüst" fand. Mich irritierte das Gelb in Verbindung mit Rosa und Rot (das Rot ist auf dem Schulranzenfoto leider eher pink) alles was  und die Erdbeeren. Irgendwie fand ich es optisch unharmonisch. Ganz ehrlich, ich konnte mir nicht vorstellen das das was wird und wollte es wissen. 

Ich war ziemlich über das Ergebnis verblüfft. In natura sah die Tüte noch besser aus. Dennoch, am liebsten fertige ich nach meinen Entwürfen und werde auch zukünftig Dessinnachbauten höflich ablehnen. Diese Ausnahme bestätigte nur diese Regel ;). Allerdings irgendwas mit Erdbeeren wird nächstes Jahr kommen, die haben mir so einen Spaß gemacht. 


Fliegenpilzschultuete in verschiedenen Ausführungen


Einhorn ohne Rosa und Pink


Die Einhornschultüte war dieses Jahr gefragter denn je. Ich werde mit den Viechern aber einfach nicht warm. Ich muss dazu sagen, dass der Ursprungsentwurf der Einhorntüte nicht auf meinem Mist gewachsen ist, sondern vor zwei Jahren von einem kleinen Mädchen genauso gewünscht wurde. 

Kaum hatte ich die fertige Tüte im Internet gezeigt, war es auch schon zu spät. Ich kann das Ding nicht mehr aus dem Verkehr ziehen. Es geistert auf Pinterest rum, in der Googlebildersuche fällts einem ständig auf die Füsse und auch hier im Blog ist es eine der am meisten angeschauten Bilder. Ich könnte natürlich sagen:"Ham wa nich. Gibts nich und kommt och nich wieda rein." Aber, mögt Ihr kleine Mädchenherzen brechen, die sich genau so eine Tüte wünschen? Ich kann das nicht. Also dengel ich dieses Schätzchen wieder und wieder und wieder. Aber, dann gibts die Mädchen, die auch eine Einhorntüte möchten. Vom Entwurf genau die, aber bitte ohne Rosa und Pink. Da werd ich wach. 

Die Tüte die Ihr seht, ist auch eine Farbinterpretation. Spannend bei der Tüte war, dass das Mädchen sich erst später den gezeigten Ranzen aussuchte und sich sehr gut Gestaltungselemente des Ranzens in der Schultüte vorstellen konnte, die Fliegenpilze. Ich habe überlegt, mich aber dagegen entschieden, es wäre zu viel des Guten geworden. Nachdem ich das Kleid gesehen hatte, dass sie am Einschulungstag tragen sollte, war ich der Meinung, dass die Tüte so wie sie war gut ist. Leider habe ich kein Bild mehr vom Kleid. Es war zauberhaft in weiß-blau mit gelbem Schleifengürtel.

Diese Farbvariante und auch das Einhorn gefallen mir sehr gut. Ich glaube , ich werde noch mal in mich gehen und eine Einhorn-Schultüte entwerfen mit der ich auch gut leben kann und deren Herstellung mir mehr Spaß macht. 



Gefilzte Schultuete mit springendem Einhorn vor einem Regenbogen

2015 wird anders

So, damit ist der Schultüten-Ringelreihen für dieses Jahr endgültig beendet. Nächstes Jahr wird sich einiges bei der Schultütenbestellung, -herstellung ändern, ändern müssen. Dazu aber erst nächstes Jahr mehr.